Welche Faktoren bestimmen den Werkzeugpreis?
Ein Extrusionswerkzeug ist im Kern eine präzise geschnittene Kontur in gehärtetem Stahl plus die passende Kalibrierung. Sieben Faktoren bestimmen den Aufwand:
- Profilgröße und Konturumfang
Je größer der Querschnitt und je länger die Konturlinie, desto mehr Erodier- und Zerspanarbeit steckt im Werkzeug.
- Komplexität der Geometrie
Hohlkammern brauchen Dorne und Kerne, filigrane Stege und enge Radien erhöhen den Fertigungs- und Abstimmaufwand deutlich.
- Kalibrierung
Zahl der Kalibrierstufen und Länge der Kalibrierstrecke wachsen mit Präzisionsanspruch und Hohlkammer-Anteil und gehören zu den unterschätzten Kostentreibern.
- Co- oder Tri-Extrusion
Jede zusätzliche Komponente braucht eigene Schmelzekanäle im Werkzeug und die Abstimmung aller Komponenten auf gleiche Austrittsgeschwindigkeit.
- Werkstoff
Abrasive oder korrosive Schmelzen, etwa gefüllte Typen oder PVC, verlangen gehärtete oder beschichtete Werkzeugkomponenten.
- Toleranzen und Oberflächen
Enge Funktionsmaße und hohe Oberflächenanforderungen erhöhen Feinbearbeitung und Prüfaufwand.
- Änderungsschleifen in der Bemusterung
Jede Justage-Runde kostet Maschinenzeit. Gute Vorab-Konstruktion reduziert die Schleifen; ganz ersetzen kann sie sie nicht.
Wie läuft es vom Auftrag bis zum Muster?
Der branchenübliche Weg hat sechs Stationen: Machbarkeitsprüfung Ihrer Geometrie, abgestimmte Fertigungszeichnung, Werkzeugbau (bei Heller mit CNC-Drahterodieren im eigenen Haus), Testextrusion mit Justage, Freigabemuster für Ihre Prüfung und schließlich die finale Produktionszeichnung als Referenz für alle Serien. Öffentlich kommunizierte Branchenwerte für Entwicklung und Bau liegen bei etwa 4–8 Wochen je nach Komplexität; teils werden rund 10 Wochen von der Idee bis zur Serienproduktion genannt.
Der Punkt, der über die Qualität entscheidet: Kein seriöser Extrudeur verkauft Ihnen ein Werkzeug ohne Bemusterung. Strangaufweitung und Schwindung lassen sich nur begrenzt vorausberechnen; die Feinjustage am realen Werkzeug ist fester Bestandteil des Prozesses. Bei Heller erhalten Sie Muster nach der Werkzeugfertigstellung, und erst nach Ihrer Freigabe startet die Serie. So arbeitet unser Werkzeugbau
Rechnet sich das für meine Kleinserie?
Häufiger als gedacht. Die Faustregel der Branche: Weil Extrusionswerkzeuge deutlich günstiger sind als Spritzgusswerkzeuge, amortisieren sie sich auch bei kleinen und mittleren Losgrößen. Dazu kommt: Ein Profil ersetzt oft mehrere Arbeitsschritte (zuschneiden, kleben, dichten) oder ein teureres gefrästes Teil. Die ehrliche Antwort entsteht in einer einfachen Rechnung aus Werkzeugpreis, Meterpreis und Ihrem Bedarf, und genau die machen wir transparent mit Ihnen auf. Heller fertigt ausdrücklich auch in Kleinstmengen.
Was sollten Sie für ein belastbares Angebot liefern?
- Zeichnung, Skizze oder Muster: ideal als PDF, DXF oder STEP; ein fotografiertes Handmuster funktioniert für die Ersteinschätzung ebenfalls.
- Einbausituation und Funktion: Was muss das Profil tun: dichten, klemmen, führen, schützen?
- Werkstoff-Vorstellung: falls vorhanden; sonst beraten wir anhand der Anforderungen. Der Werkstoffvergleich hilft vorab.
- Bedarfsrahmen: grobe Jahresmenge oder Losgröße genügt für die Wirtschaftlichkeits-Einschätzung.
- Kritische Maße und Toleranzen: markieren Sie, worauf es wirklich ankommt.
Alles beisammen? Dann direkt in die Profil-Anfrage mit Datei-Upload: Sie erhalten eine erste technische Einschätzung von unserem Vertrieb.